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HDE und ver.di: Gründung eines Beirats für alternsgerechte und lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung im Einzelhandel

24. April 2014

Der Handelsverband Deutschland (HDE) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wollen sich den gravierenden Auswirkungen einer alternden und schrumpfenden Erwerbsgesellschaft auf den Einzelhandel stellen. Dazu haben die Tarif- und Sozialpartner nun im Rahmen des Demografie- und Tarifprojekts „ZusammenWachsen-ArbeitGestalten“ einen gemeinsamen „Beirat für den Einzelhandel“ gegründet, in dem sie sich zusammen mit Arbeitsforscherinnen und Arbeitsforschern für eine „alternsgerechte und lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung“ engagieren werden. Das Projekt wird vom Bun­desministerium für Arbeit und Soziales unter dem Dach der Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ gefördert. Die Tarif- und Sozialpartner beraten nun erstmals in einem neu geschaffenen Beirat über die tarifpolitischen Anforderungen an eine alternsgerechte und lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung im Einzelhandel. Der gemeinsame Beirat wird in Zukunft regelmäßig zusammen kommen. Im Sommer soll zu diesem Thema eine erste Branchenkonferenz stattfinden. Hintergrund der Beiratsarbeit ist der demografische Wandel in Deutschland mit seinen weitreichenden Folgen wie der Alterung und Schrumpfung der Erwerbsbevölkerung. Die Sozialpartner haben deshalb die Notwendigkeit erkannt, gemeinsam Arbeitsbedingungen zu gestalten, die es den Beschäftigten ermöglichen, gesund und motiviert bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters im Einzelhandel zu arbeiten. Dazu wird auch eine entsprechende Weiterentwicklung der Tarifverträge im deutschen Einzelhandel geprüft. Die Sozial- und Tarifpartner werden von einem wissenschaftlichen Team bei der praktischen Erprobung und Diskussion von verschiedenen Wegen zu alternsgerechter Arbeitsgestaltung unterstützt.

Die Sozialpartner verfolgen damit das Ziel, langfristig praxistaugliche Gestaltungsansätze für die Betriebe und die Beschäftigten zu finden. Zu diesen ehrgeizigen Zielen erklärt Stefanie Nutzenberger, Bundesfachbereichsleiterin ver.di Handel: „Der demografische Wandel führt dazu, dass gute alternsgerechte Arbeit sowie die Vereinbarkeit von beruflicher Arbeit und privater Pflegeverantwortung ebenso an Bedeutung gewinnen wird wie Qualifizierung und Weiterbildung. Da Belegschaften älter, weiblicher und multikultureller werden, müssen auch die Arbeitsplätze in der Handelsbranche gesundheitsförderlich und familienfreundlich gestaltet sein. Darüber hinaus müssen die Beschäftigten mit guter Führung und lebenslangem Lernen begleitet werden – dieser gemeinsamen Zukunftsaufgabe werden wir uns stellen.“

Ulrich Köster, Vorsitzender des tarifpolitischen Ausschusses im Handelsverband Deutschland (HDE), ergänzt hierzu: „Der Einzelhandel beschäftigt sich bereits seit langem in der Personalarbeit mit den Folgen des demografischen Wandels. Arbeitgeber und Gewerkschaften wollen gemeinsam von guten Beispielen und Erfahrungen in der Branche lernen. Wir wollen zudem tarifliche und rechtliche Rahmenbedingungen beeinflussen, so denn dies erforderlich ist, um die demografische Herausforderung positiv für Mitarbeiter und Unternehmen zu gestalten.“ Tatjana Fuchs (Wissenschaftliche Projektleiterin, Gesellschaft für Gute Arbeit) unterstreicht die Bedeutung einer nachhaltigen Arbeitsgestaltung: „Die arbeitswissenschaftliche Forschung zeigt, dass gesundheits- und lernförderliche Arbeits­bedingungen einen entscheidenden Beitrag für den Erhalt von Gesundheit und Leistungsfähigkeit leisten. Um diese Erkenntnis aus der Forschung in der Breite der Branche zu verankern, ist das Engagement der Tarifvertragspartner von herausragender Bedeutung: Tarifverträge können einen idealen Rahmen für alternsgerechte Arbeit in der Branche schaffen.“ Die inhaltliche Bedeutung des Projekts hat sich bereits bei den letzten Tarifverhandlungen gezeigt: Die Ende 2013 abgeschlossenen neuen Tarifverträge für den Einzelhandel in den Bundesländern widmen dem demografischen Wandel einen eigenen Punkt unter der Überschrift „Weiterentwicklung der Tarifverträge“.

 

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